Baufinanzierungen … Sollten Senioren noch Immobilien finanzieren?

Laut einer europaweiten Studie des Verbandes freier Wohnungsunternehmen (BFW) steigt der Anteil der Senioren (über 65-jährigen) bis zum Jahre 2050 von derzeit 17 Prozent auf dann 28 Prozent. In Deutschland wird dann jeder Dritte älter als 65 Jahre alt sein.

Dieser Prozess der Alterung der Bevölkerung ist im vollen Gange und damit auch der steigende Bedarf an altersgerechten Wohnungen und altersgerechten Immobilienkrediten für Senioren.

Der Vorteil sich im fortgeschrittenen Alter noch einmal einen Immobilienwunsch erfüllen zu wollen, liegt auf der Hand: (1) Wenn die Kinder das Haus verlassen haben, kann nämlich ganz anders geplant werden, eventuell kleiner und preiswerter – oder bei geringeren Anforderungen großzügiger gebaut werden (2) Das Risiko eines Wohnsitzwechsels aus beruflichen Gründen wird geringer und die Immobilie in aller Regel auf Dauer erworben (3) Viele Senioren haben andere Ansprüche als Familien und suchen eher die Stadt oder die Stadtnähe (4) Senioren sind realistischer und vorsichtiger, wenn es um die Inangriffnahme von einem Immobilienkredit geht (5) Senioren ab 50 haben die höchsten Einkommen und in aller Regel größere Ersparnisse, die als Eigenkapital eingesetzt werden können (6) Spät ist nicht zu spät - die Immobilie bleibt ein Baustein zur Altersvorsorge.

Zur seniorengerechten Immobilie gehört dann aber auch der passende Immobilienkredit.

Ob man mit oder ohne Eigenkapital finanziert, ist eine Frage des eigenen Geschmacks und ob die Bank mitspielt. Wichtig ist, dass die monatlichen Raten in den persönlichen Haushaltsplan passen und langfristig bedient werden können. Bevorzugen sollten Senioren eher einen Immobilienkredit mit längerer Zinsfestschreibung, um Überraschungen durch Zinsschwankungen zu vermeiden. Im Idealfall sollte mit Eintritt des Rentenalters dann der Immobilienkredit zurückgezahlt sein oder die Restschuld so gering sein, dass man mit geringeren Raten hinkommt.

Sollte das nicht ganz möglich sein, werden für Senioren altersgerechte Immobilienkredite interessant, bei denen sich die monatliche Rate kontinuierlich reduziert. Bei diesen Spezialdarlehen wird der Zinsanteil in der laufenden Rate, wie bei den klassischen Immobilienkrediten auch, von der aktuellen Restschuld berechnet. Da die Restschuld sich kontinuierlich verringert, reduziert sich auch der Zinsanteil. Der Tilgungsanteil aber – und das ist das Besondere - bleibt konstant und wird nicht erhöht um eine schnellere Tilgung zu erreichen. Dadurch wird die Rate mit zunehmendem Alter also insgesamt geringer. Durch die gleich bleibende Tilgung von 1% pro Jahr vom ursprünglichen Immobilienkredit müsste man eigentlich 100 Jahre tilgen – was nun wirklich keiner erwartet.

Die Rückzahlung des restlichen Immobilienkredites übernehmen einfach die Erben. Da diese in aller Regel die Immobilie aber sowieso verkaufen, spielt es auch keine Rolle, ob der Immobilienkredit restlos abbezahlt ist. Wichtig für die Bank dabei ist es einen Erben zu benennen, damit im Todesfall das Darlehen weiter bedient werden kann.

Insgesamt gibt es ein Deutschland mehrere Dutzend Banken, die zu Immobilienkrediten für Senioren bereit sind. Aufteilen lassen sich die Banken in solche mit insgesamt eher restriktiven und eher weniger restriktiven Regeln (bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen).

Beispiele für restriktive Regeln:

• Kinder oder Angehörige müssen den Darlehensvertrag mit unterschreiben
• Eigenkapitalquote von 50% bis 60% wird verlangt
• Erhöhte Tilgungsrate von z.B. 2% ab einer bestimmten Altersgrenze
• Usw.

Beispiele für weniger restriktive Regeln:

• Senioren (z.B. Sechzigjährige) bekommen das Darlehen zu den selben Konditionen wie Jüngere (z.B. Mittdreißiger)
• Bei Einbringung von z.B. 20% Eigenkapital wird nicht nach Erben oder Nachkommen gefragt
• Alter wird nicht mit höherem Risiko gleichgesetzt
• Usw.

Quelle : DarlehensCenter Rhein-Main GBR

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