Der Wohnungsmarkt im Ruhrgebiet muss dem Strukturwandel angepasst werden

Massiver Strukturwandel im Ruhrgebiet führt auch zu deutlich veränderten Anforderungen an den städtischen Wohnungsbau. Dieser sei aus eigener Tasche alleine nicht zu finanzieren, geben die Verantwortlichen der Wohnungsbaugenossenschaften zu bedenken, nachdem die Fördermittel drastisch gekürzt wurden.

Das Ruhrgebiet hat sich in den vergangenen Jahren einem enormen Strukturwandel unterzogen: Waren es in den 1950er und 1960er Jahren noch vorwiegend die Montan- und Stahlindustrie, die hier ansässig war, hat sich die Unternehmensstruktur in der Zwischenzeit stark gewandelt. Um Stahl und Kohle geht es nur noch vereinzelt, das Ruhrgebiet sieht seine Zukunft im Dienstleistungs- und Forschungsbereich.

Dass der Wohnungsbestand, der hauptsächlich auf die Bedürfnisse der Kumpel und deren Familien zugeschnitten war, mit Grundrissen, die den Vorstellungen der Mitte des vergangenen Jahrhunderts entsprachen, nicht mehr zeitgemäß ist, liegt auf der Hand. Deshalb bedarf es großer Anstrengungen bei Neu- und Umbau von Wohngebäuden, damit das Wohnen im Ruhrgebiet wieder attraktiver wird.

Die Entwicklungen des Wohnungsmarktes

In der Nachkriegszeit herrschte unter anderem im Ruhrgebiet eine dramatische Wohnungsknappheit. Staatlich geförderter Wohnungsbau war in dieser Zeit an der Tagesordnung, in den 1970er Jahren zog sich der Staat aus diesem Bereich jedoch zurück.

Nur wenige Jahre später musste die öffentliche Hand wieder eingreifen. Ein vermehrter Zuzug von Gastarbeitern sowie der deutliche Anstieg von Single-Haushalten machten Wohnraum wieder knapp. Hinzu kam die Zeit kurz vor und nach der Deutschen Einheit, in der zahllose Menschen von den neuen in die alten Bundesländer zogen und die Situation weiter verschärften. Inzwischen muss auch der demographische Wandel der Gesellschaft in die städtebauliche Entwicklung mit einfließen: Barrierefreier und altengerechter Wohnraum ist nach wie vor knapp.

Drastische Kürzungen bei öffentlichen Mitteln

Zwar gibt es für das Ruhrgebiet viele Ideen, wie die Wohnraumsituation entspannt werden kann, doch dazu sind große Investitionen in den Wohnraum notwendig. Und genau an diesem Punkt scheitert es, wurde doch kürzlich bekannt, dass die öffentlichen Fördermittel für die Region drastisch gekürzt wurden.

Sozialwohnungen, der Umbau von Bestandswohnungen in altengerechte Wohnungen, die Anforderungen an die Integration von Bürgern mit Migrationshintergrund, die Ansprache junger Familien mit günstigem, modernen Wohnraum in den Vororten und große Wohnungen in den Städten für die gut situierten Einwohner – all das sind die Herausforderungen, denen sich der Wohnungsmarkt im Ruhrgebiet heute gegenüber sieht.

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